Malaysia
- 29. Jan. 2018
- 6 Min. Lesezeit
Ganz spontan haben wir beschlossen Malaysia zu bereisen und somit unsere siebenmonatige Abenteuerroute um ein weiteres Land in Südostasien zu erweitern.
Während unseres 10-tätigen Aufenthaltes haben wir die Hauptstadt Kuala Lumpur und die Westküste der malaysischen Halbinsel erkundet.
Gestartet hat unser Spontantrip in der Metropole Kuala Lumpur. Die Großstadt wiederspiegelt vor allem die unterschiedlichen Kulturen, die sich im Laufe der Geschichte dort niedergelassen haben. Moscheen, Tempel und Kirchen sind zwischen den himmelhohen Wolkenkratzern und modernen Einkaufszentren zu finden. Es gibt aber auch viele Straßenverkäufer die penetrant riechende Durianfrüchte, Street Food, Handtaschen oder ähnliche Accessoires verkaufen. Eine Monorail führt zwar über die Stadt, doch wir haben KL fast durchwegs zu Fuß erkundet. Von Anfang an haben wir bemerkt, wie einfach es ist das Land aufgrund deren Infrastruktur und den guten Englischkenntnissen der Einheimischen zu bereisen.





Doch weil es nicht immer allzu gut laufen kann, mussten mir kleine Insekten meine nächtliche Ruhe stören – mit hunderten Dippeln verteilt am gesamten Körper bin ich in der Früh aufgewacht und wollte mir am liebsten die Haut abschälen, weil der Juckreiz so stark war. Mein erster Gedanke war „Bettwanzen“, doch ich weiß bis heute nicht, welche Viecher mich so brutal attackiert haben. Den gesamten Inhalt meines Rucksacks habe ich waschen lassen und den Rest mit einem Spray eingesprüht, um alles Böse zu töten/entfernen. Zusätzlich haben mir eine Salbe geholfen die Spuren der kleinen Biester zu beseitigen.

Petronas Towers
Die silbernen 452 m hohen Zwillingstürme zählen auf jeden Fall zu KLs Wahrzeichen. Die Petronas Towers sind durch eine Brücke miteinander verbunden und wirklich riesig, denn man muss seinen Kopf schon recht tief in den Nacken legen um sie bestaunen zu können.
Direkt vor den Türmen befindet sich ein kleiner begrünter Park mit einem Brunnen, von wo man die beste Sicht auf die zwei Gebäude hat. Sobald es dunkel wird, erleuchten die Twin Towers am Abendhimmel und wirken sogar noch eindrucksvoller als untertags.



KL Tower
Auf einem kleinen Hügel, dem Bukit Nanas befindet sich ein Fernsehturm, der mit seinen 421m gleichzeitig der Vierthöchste weltweit ist. Auf seiner zwiebelförmige Spitze befinden sich eine Aussichtplattform, ein drehendes Restaurant und eine offene Terrasse. Auf der Aussichtsplattform haben wir einen hervorragenden Rundblick über die leuchtende Großstadt genossen. Außerdem konnten wir mit einem Fernrohr die umliegenden Gebäude, als auch die Petronas Towers, etwas näher betrachten.



Merdeka Square
Der Merdeka Square ist ein riesiger offener Platz umgeben von der aus Stein konstruierten Masjid Jamek und der anglikanischen Kathedrale St. Marys. Außerdem ist eine malaiische Flagge auf einem Fahnenmast angebracht, die an die deren Unabhängigkeitserklärung erinnert. Dieser Platz bildet das Zentrum Kuala Lumpurs und hat mir defintiv am besten gefallen, da er von wunderschön konstruierten denkmalgeschützten Gebäuden umgeben ist. Gleich in der Nähe befindet sich Chinatown, wo Straßenhändler ihre gefälschten Markenwaren neben kleinen Restaurants und Essenständen verkaufen und eine typische Marktstimmung in den Straßen herrscht.


Nationalmoschee - Masjid Negara
Da ich schon seit längerer Zeit eine Moschee besuchen wollte, habe ich mich umso mehr gefreut die Masjid Negara zu erkunden. Diese prachtvolle Moschee, welche nach dem Vorbild der Moschee Mekkas errichtet wurde, ist außerhalb der Gebetszeiten für nicht-muslimische Besucher zugänglich. Um eintreten zu können, bekommt man einen violetten Umhang, falls man nicht ausreichend bedeckt ist. Danach hat man Zutritt zu der riesigen weiß-blau gehaltenen Moschee, deren Architektur wirklich wunderschön ist. Eine 74 m hohes Minarett genauso wie etliche weiße Säulen, aber auch ein Wasserbecken schmücken die Moschee. Ein blaues Fliesendach ziert die Masjid Negara, das über 18 Punkte verfügt und die 15 Staaten Malaysias und die fünf Säulen des Islams darstellen.
Der Besuch der Moschee hat mir wirklich gut gefallen, da nicht nur die Stimmung ganz speziell war, sondern die Architektur unheimlich toll anzusehen war.






Cameron Highlands
Mit dem Bus sind wir durch die bergige Landschaft nach Tanah Rata, einer kleinen Stadt in den Cameron Highlands gefahren. In den Cameron Highlands herrscht ein milderes Klima und saftig grüne Teeplantagen erstrecken sich bis in die Ferne über das malaiische Hochland. Aber auch moosige Wälder mit Wanderwegen und unzählige Erdbeerfelder prägen die Landschaft. Wir sind hierhergekommen, um die Eco Cameron Erkundungstour durch die wunderschönen Teeplantagen und den berühmten Mossy Forest zu machen.
Teeplantagen und Mossy Forest
Nachdem wir früh am Morgen mit einem Truck von unserem Guesthouse abgeholt wurden, sind wir zu den Teeplantagen gefahren, wo wir bei strahlender Sonne durch die hügeligen Teefelder geschlendert sind. Unser Guide hat uns sehr viel Wissenswertes über die Teepflanze erzählt, was für mich als Teeliebhaber wirklich spannend war. Außerdem konnten wir Arbeiter bei der Teeernte beobachten, die leicht durch ihre Strohhüte in den grünen Feldern zu erkennen waren.
Danach sind wir in eine der berühmtesten Teefabriken der Cameron Highlands, Boh Sungei Palas Tea Estate, gefahren, wo wir das Teeherstellungsverfahren beobachten konnten. Dort haben wir den Teeherstellungsprozess an sehr alten Maschinen mitverfolgen können, einen Kurzfilm gesehen, die verschiedensten Teesorten im Shop kennengelernt und natürlich den berühmten Boh-Tee bei Blick über die Teeplantage genossen. Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit in der Teefabrik zur Verfügung was ein wenig schade war, denn wir hätten sie gerne noch ein wenig länger erkundet.






Weiters stand eine geführte Mossy Forest Dschungeltour am Programm unserer Halbtagestour. Dabei sind wir durch den uralten, wie der Name schon sagt, moosigen Wald spaziert, was wirklich cool war, da dieser eine Seltenheit ist. Er erinnert ein Wenig an die Filme Avatar oder Herr der Ringe, denn er ist tatsächlich genauso mysteriös. Auf meterhohen Moosschichten, die im Laufe der Jahre entstanden sind, wanderten wir durch den Wald. Das spannende war, dass sich das Ökosystem des Urwalds ständig änderte und auf keinem Fleck gleich war. Das Moos erstreckte sich in unterschiedlichen Grüntönen über Bäume und Pflanzen, was mit der Höhe immer weniger wurde. Der Untergrund hat sich richtig weich angefühlt und man musste aufpassen wo man hin steigt, denn hin und wieder ist man richtig tief eingesunken. Außerdem sind die Pflanzen recht niedrig gewachsen, sodass wir uns teilweise gebückt einen Weg durch den Wald bahnen mussten. Ich war froh, dass wir eine geführte Tour hatten, denn man kann sich schon recht leicht verirren.



Am Nachmittag haben wir uns ein Moped ausgeborgt und die Umgebung rund um Tanah Rata selbstständig erkundet. Wir sind zu einer Erdbeerfarm gefahren, wo wir frische süße Erdbeeren gekauft haben und durch die Anlage zwischen Hochbeeten, Blumen und Kakteen geschlendert sind.
Sam-Poh-Tempel
Außerdem haben wir unseren ersten buddhistischen Tempel besucht – ein wunderschöner, prunkvoller, in Rot-, Orange- und Gelbtönen gehaltener Tempel.
Durch ein großes Tor hat es vorbei an zwei goldenen Löwen in den Tempel geführt, wo ein ebenfalls goldglänzender Buddha gethront hat. Der Duft von brennenden Räucherstäbchen lag in der Luft und die Atmosphäre war sehr ruhig und entspannt. Detailreiche bunte Fliesen waren an den Wänden zu sehen und kräftige Farben haben den Tempel geschmückt.






Georgetown
Unsere letzte Destination in Malaysia haben wir in einer Stadt auf der Insel Penang verbracht - Georgetown, eine moderne hippe Stadt mit viel Kultur, die vor allem für ihre tollen Streetarts bekannt ist.
In engend Seitengassen sind auf Fassaden von älteren Häusern wirklich tolle Kunstwerke zu sehen, mit denen man teilweise sogar interagieren konnte.



Prächtige weiße Bauten aus der britischen Kolonialzeit, welche zwischen zeitgemäßen Hochhäusern zu finden sind haben wir in den Straßen Georgetowns bewundert. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass in Georgetown Menschen mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen friedlich zusammenleben, was sich vor allem in der Religion und der Kulinarik wiederspiegelt. Moscheen, anglikanische Kirchen, buddhistische und hinduistische Tempel sind auf der Inselstadt zu finden und repräsentieren die religiöse Vielfältigkeit der Bewohner.








Außerdem gibt es auch ein buntes kulinarisches Angebot und man kann sich durch die verschiedensten Spezialitäten durchkosten. Vor allem die indische, aber auch die japanische Küche haben wir uns dort schmecken lassen. Köstliches intensiv gewürztes Curry dazu Naan gemeinsam mit Gemüse, welches auf einem Bananenblatt serviert wurde, haben wir in einem indischen Restaurant gegessen.


The Blue Mansion – Cheong Fatt Tze Maison
Die Blue Mansion ist eine in den 80er Jahren erbaute Villa, die einst einem reichen Chinesen gehörte. Wir haben an einer geführten Tour durch das von UNESCO geschützte Kulturerbe teilgenommen. Das Haus ist aufgrund seiner britisch-chinesisch vereinten Architektur wirklich sehr sehenswert. Bei der Führung haben wir nicht nur einen Einblick in die Villa bekommen, sondern auch sehr viel Interessantes über dessen Geschichte erfahren, wie zum Beispiel, dass es während des zweiten Weltkrieges an arme Leute vermietet wurde und danach von einem bekannten Architekten neu aufgebaut wurde.





Chew Jetty
Die Chew Jetties sind bunte Häuser die entlang des Hafens auf klapprigen Stelzen gebaut sind. Es ist wirklich nett gewesen entlang des Steges an den kleinen dicht nebeneinander gebauten Häuser entlangzugehen, wo einst die chinesischen Einwanderer beheimatet waren.


Hier noch ein paar Bilder von Georgetown, damit ihr einen besseren Eindruck davon bekommt:





Ich hoffe ich habe euch unseren Spontantrip etwas näherbringen können. Seid gespannt auf meinen nächsten Reisebericht aus Thailand.
Eure Alice




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