Singapur
- 8. Jan. 2018
- 6 Min. Lesezeit
Der kleine, wohlhabende Inselstaat Singapur zählt zu den reichsten Ländern der Welt. Singapur ist ein Staat mit einer multiethnischen Bevölkerung, wo vor allem Malaien, Chinesen und Inder beheimatet sind. Der Stadtstaat repräsentiert einer der weltweit größten Finanzplätze, ist aber nicht nur als Steueroase, sondern auch als Oase der Sauberkeit bekannt. In der hochtechnologischen Glitzerstadt gibt es gigantische Banken-, Büro- und Wohnkomplexe, aber auch riesige Einkaufstempel gibt es en masse. Singapur war für uns der perfekte Ort, um sich vom südostasiatischen Trubel zu erholen und ein angenehmer Aufenthalt zwischendurch, wo wir uns von westlichen Standards verwöhnen lassen konnten. Man könnte fast sagen, dass Singpur eine „Asia-Light-Version“ ist ;-)




Von Anfang an haben wir uns hier wohlgefühlt, vor allem weil die moderne Stadt nicht nur tolle Architektur, hohe Wolkenkratzer und eine kulturelle Vielfalt bietet, sondern weil unheimlich viele Grünflächen in dem dicht bebauten Staat zu finden sind. Singapur zeigt, dass Natur und Stadt vereinbar sind, da großer Wert auf Green Building gelegt wird, was mir besonders gefallen hat. Darüber hinaus herrscht nicht so dichter Verkehr, da die meisten Leute öffentlich unterwegs sind, was durch das umfassendes U-Bahn-Netz und Bussystem gefördert wird.




Wissenswertes über Singapur
Schon als Singapur ein Teil der britischen Kolonie war, hat der Aufbau dessen Wirtschaft begonnen und dessen Hafen war aufgrund der guten Wasserverkehrslage zwischen China und Europa damals schon einer der wichtigsten Warenumschlagplätze des asiatischen Raums. 1957 wurde der südliche Teil der Malaiischen Halbinsel als neuer Staat unabhängig und mit dem ersten autokratisch regierenden Lee Kuan Yew, Premierminister und Regierungschef, entwickelte sich Singapur aufgrund seiner konsequenten Wirtschaftspolitik zu einem der sichersten und wohlhabendsten Staaten der Welt. Singapur ist einer der vier Tigerstaaten Asiens, was dessen Entwicklung innerhalb kürzester Zeit von einem Schwellenland zu einem zu einem Industriestaat beschreibt – das Wirtschaftswachstum des Inselstaats ist ca. doppelt bis dreimal so hoch wie in Deutschland.
Außerdem gibt es in Singapur strenge Regeln - Essen und Trinken in den selbstfahrenden U-Bahnen ist verboten, beim Wegwerfen eines Kaugummis drohen einem eine bis zu 250€ hohe Strafe, rauchen ist nur in bestimmten Zonen gestattet und der Besitz von Drogen kann mit einer Todesstrafe bestraft werden. Mit dieser Strenge will die Regierung die florierende fünf Millionen Stadt friedlich und geordnet bewahren.
Marina Bay Sands
Marina Bay Sands ist ein 200m hohes Hotel, welches vor allem aufgrund seiner einzigartigen Architektur bekannt ist. Es besteht aus drei Türmen, welche durch eine Dachterrasse mit einem 150m großen Swimmingpool verbunden sind. Dieser sogenannte Sands SkyPark sieht wie ein Boot aus, welches auf den Türmen thront. Marina Bay Sands ist aber nicht nur ein Hotel, sondern verfügt auch über ein Kasino, Theater, Museum und Einkaufszentrum. Der spektakuläre Bau ist vor allem bei Nacht wunderschön zu betrachten. Die beeindruckende Licht- Lasershow ist ein Highlight und zeigt das MBS von seiner besten Seite. Es zählt mitunter zu den bekanntesten Sights Singapurs und Andi konnte gar nicht genug Fotos davon schießen.


Gardens by the Bay
Die futuristische grüne Oase Gardens by the Bay ist ein absolutes Must-See, wenn man zu Besuch in Singapur ist. Es handelt sich um einen hochmodernen, botanischen Garten aus dem 21. Jahrhundert mit Gewächshäusern, grünbewachsenen Kuppeln, bepflanzten Stahlgerüsten und den weltbekannten Supertrees (Bäume aus einem Stahlgerüst mit Sonnenkollektoren). Es gibt zwei verschiedene Gewächshäuser den Flower Dome und den Cloud Forest. Darüber hinaus gibt es den Skywalk, der zwei Supertrees verbindet wobei man auf Höhe der Baumkronen mit einem tollen Ausblick über die Stadt spazieren kann - leider konnten wir diesen aufgrund von Schlechtwetter nicht besuchen.


Der tropische, bergige Cloud Forest mit seinem Indoor Wasserfall hat uns aber auch voll und ganz überzeugt. In diesem Glashaus wurde eine tropische Klimazone geschaffen, damit dort die unterschiedlichsten exotischen Pflanzen wachsen können. Die seltensten Pflanzen des Planeten sind dort zu finden, welche wunderschön entlang eines Weges angelegt sind. Die unterschiedlichsten bunt blühenden Blumen, Kristalle und sogar Miniatur Orchideen, welche man mit einer Lupe genauer betrachten kann, sind vorzufinden. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass auf die Umweltprobleme und das Aussterben der Tier-und Pflanzwelt in Form von Kurzfilmen oder auch Zukunftsprognosen aufmerksam gemacht wird und den Besuchern Tipps gegeben werden, wie sie die Umwelt schonen können. Der Fokus auf den nachhaltigen Aspekt, die Natur in der Stadt, als auch das Aufdecken von den Schäden, welchen wir unserem Planeten zuführen, macht Singapur zu einer Vorzeigestadt.





Central Business District
Der Central Business District ist das Finanzzentrums Singapurs. Soweit das Auge reicht ragen Wolkenkratzer, einer höher als der andere, in den Himmel. Meist zieren blaugetönte Glasscheiben die riesigen dicht nebeneinander gebauten Gebäude, in welchen oftmals bekannte internationale Banken beheimatet sind.





1 Altitude
Um eine tollen Ausblick über die imposante Skyline Singapurs zu genießen, haben Andi und ich die Rooftopbar des 282m hohen 1 Altitudes besucht. Schon die Aufzugfahrt nach oben hat unendlich lang gewirkt und wir mussten sogar einmal umsteigen. Die Aussicht war wirklich atemberaubend und es war toll die lichterfüllte Stadt von allen verschiedensten Seiten bei einem Barrundgang zu betrachten. Noch nie war ich so hoch oben und es war auf jeden Fall einzigartig die belebte Stadt bei Live Musik mit einem Cocktail schlürfend bei Nacht zu genießen. Nicht nur wir Backpacker haben sich auf die exklusive Dachterrassenbar verirrt, sondern auch einige „Reiche und Schöne“, für die es alltäglich ist ihr Portemonnaie in edlen Plätzchen solcher Art weit zu öffnen. ;-)




Unser Schlafrhythmus ist in Singapur generell etwas durcheinandergeraten, da wir es vor allem im Dunklen genossen haben die beleuchtete Stadt zu erkunden. Bei Dunkelheit hat alles viel eindrucksvoller und imposanter gewirkt, sodass wir während unseres Aufenthaltes nachtaktiv wurden. Entlang der Esplanade ist immer etwas los gewesen, denn von dort aus kann man nicht nur die Licht- und Lasershow von MBS bestaunen, sondern auch Live Musik lauschen.





Des Weiteren gibt es unzählige Einkaufszentren mit toller Architektur und zigtausenden Shops. Aber auch über einen Food Court mit den verschiedensten internationalen Köstlichkeiten verfügt so ziemlich jedes Einkaufcenter.





Eines steht auf jeden Fall fest: wir sind jeden Tag wirklich weit marschiert und am Abend haben unsere Füße schon ordentlich wehgetan. Hin und wieder muss man sich dann halt mal eine kleine Pause gönnen ;-)

Museen
Im National Museum of Singapore kann man nicht nur vieles über Singapurs Gesichte erfahren, sondern das Museum an sich ist auch sehr sehenswert.



Auch dem Art Science Museum dessen Architektur einer Blume ähnelt, haben wir einen Besuch abgestattet. Besonders die BBC Planet Earth Dokumentationen, welche auf einer riesigen Leinwand übertragen wurden, haben uns besonders gefallen ;-)
China Town und Little India
Wenn man kurzzeitig in eine andere Welt eintauchen will, dann sollte man auf jeden Fall China Town und Little India besuchen. Einwanderer indischer bzw. chinesischer Zugehörigkeit haben sich hier eine Enklave ihrer Kultur geschaffen. Zwischen kleinen Fußgängergassen kann man entlang kunterbunten Straßenmärkten spazieren. Außerdem gibt es hier sehr viele Restaurants mit den unterschiedlichsten Spezialitäten. Es war sehr interessant die beiden Orte zu besuchen, da hier auch eine andere Atmosphäre bzw. Flair zu spüren war.




Kulinarische Highlights
Suki-Ya
Andi und ich waren im Suki-Ya köstlich japanisch, auf eine sehr spezielle Art, all you can eat essen. Bei „Sukiyaki" kocht man auf einem Herd vor sich in einem großen Kochtopf eine Suppe, welche man sich zuvor aussuchen kann, mit verschiedensten frischen Gemüsesorten und Nudeln. Die Krönung ist das hauchdünne Fleisch, welches man nur kurz vor Verzehr durch die köchelnde Suppe ziehen muss, da es unheimlich schnell durch ist - diese Technik nennt man Shabu-shabu. 80 Minuten hatten wir Zeit unsere Bäuche vollzuschlagen, was wirklich ausreichend war. Es hat wirklich ausgezeichnet geschmeckt und uns hat besonders gut gefallen, dass man sich sein Gericht aus den verschiedensten Zutaten selbst kochen kann.

Michelin Star Restaurant
Auf Empfehlung unseres Hostel Mitbewohners haben wir im weltweit günstigsten Michelin Star Restaurant gespeist. Es ist so billig, da es nur zwei bis drei verschiedene Gerichte gibt, welche aus Huhn oder Schwein mit Reis bzw. Nudeln bestehen und als Fast Food Restaurant betrieben wird. Nachdem man nach ein wenig warten die Schlange überwunden hat, bestellt man am Tresen sein Essen, welches einem nach dem Aufrufen seiner Bestellnummer ausgehändigt wird. Die Atmosphäre war zugegebenermaßen etwas stressig, aber das Essen hat geschmeckt.
Silvester
Unser krönender Abschluss war Neujahr in Singapur, worauf wir uns schon seit langem gefreut haben. Unbedingt wollten wir den Jahreswechsel in einer großen, belebten Stadt feiern. Direkt neben der Esplanade war ein Areal mit Tribünen, Musik und Essenständen aufgebaut, wo wir beschlossen haben ins Jahr 2018 zu feiern. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt und es hat fürchterlich geschüttet. Trotzdem haben wir natürlich das Beste daraus gemacht und in Regenponchos gehüllt das farbenprächtige Feuerwerk genossen.


Ich hoffe euch hat mein Singapur Reisebericht gefallen und ich wünsche euch ein frohes neues Jahr!
Eure Alice





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