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Sumatra - Dschungel Trek und Vulkan Besteigung

  • 25. Dez. 2017
  • 8 Min. Lesezeit

Raus aus der touristischen Hochburg Bali und ab nach Sumatra, der größten Insel Indonesiens. 

Sumatra steckt voller Abenteuer und ist mit einer unglaublich tollen und vor allem auch abwechslungsreichen Natur gesegnet. Riesige zum Teil aktive Vulkanlandschaften mit Vulkanseen, hohen Wasserfällen, zahlreichen Reisfeldern, saftigen Regenwäldern und frei lebende Orang Utans – das ist das märchenhafte Bild von Sumatra.

Das Reisen in einer anderen Kultur 

Von Anfang an haben wir zu spüren bekommen, dass wir uns auf einer Insel befinden, wo es kaum Touristen gibt. Diesmal waren Andi und ich die Ausländer, die anders aussehen, eine andere Sprache sprechen und sich anders kleiden. Egal wohin wir gegangen sind, waren die Augen auf uns gerichtet, denn westliche Leute sind hier sehr selten und deshalb eine Attraktion. Zu Beginn war es ehrlich gesagt sehr ungewohnt mit der Situation umzugehen und wir haben uns ein wenig fehl am Platz gefühlt. Aber bald haben wir erkannt, dass die Einheimischen lediglich nur sehr interessiert an uns sind, da sie ein multikulturelles Miteinander, wie wir es gewohnt sind, nicht kennen. Wir waren also Besonders  und Indonesier lieben es Selfies mit „Bule“ (indonesischer Ausdruck für weiße Leute/ Ausländer, welcher aber keineswegs beleidigend ist) zu machen. Oftmals wurden wir bis zu zehn mal pro Tag gefragt ob wir ein Foto mit ihnen machen könnten und auch das eine oder andere Interview mussten wir geben. Unser Uber Fahrer ist sogar extra einen Umweg gefahren, um uns seiner Familie zu zeigen, was wirklich unglaublich witzig war. 

Außerdem mussten wir uns daran gewöhnen jeden Tag pünktlichst um 4:40 Uhr in der Früh vom morgendlichen Gebet des Muezzins geweckt zu werden, was wirklich nicht zu überhören war. Mehrmals pro Tag hat man das Gebet durch die Stadt oder auch durch die kleine Dörfer schallen hören. In manchen Regionen wird der muslimische Glauben strenger als in anderen ausgelebt. Vor allem in Padang schien es als wären die Einheimischen sehr strenggläubig, da in einem Hotel in welchem wir übernachten haben sogar das Scharia-Gesetz gegolten hat. Einheimische Paare bekamen nur mit Nachweis ihrer Heiratsurkunde ein gemeinsames Zimmer. Nicht nur das Duschen mit einem kleinem Kübel, die Squat Toilette, gebratener Reis mit Ei (Nasi Goreng) zu jeder Mahlzeit, wurde für uns in den letzten Woche zur Gewohnheit, sondern auch die Sprachbarriere, welcher wir mit dem Verständigen von Händen und Füßen versucht haben entgegenzuwirken.

Bukit Lawang - Dschungel Trek

Bukit Lawang ist ein kleines Dorf, das um den Fluss Bohorok direkt am Gunung Leuser Nationalpark liegt. Über den Fluss führen wackelige Brücken und direkt am Ufer sind viele kleine Restaurants und Appartements zu finden. Wir sind in das kleine indonesische Dorf gekommen, um eine Dschungel Trekking Tour durch den geschützten Gunung Leuser Nationalpark zu machen. Dabei haben wir vor allem gehofft, die vom aussterben bedrohten Orang Utans, in freier Wildbahn beobachten zu können. Eine zweitägige Wanderung inklusiver abenteuerlichen Übernachtung im Dschungel war also perfekt dazu, so viele Eindrücke wie möglich zu erlangen. 

Unser Tourguide Josef Ginting, welcher wirklich sehr erfahren ist, gutes Englisch spricht und sich für die Natur und die Lebewesen einsetzt, hat uns in Begleitung seines Assistenzguides in einer Gruppe von sechs Leuten durch den Urwald geführt. Sein Wissen über die Dschungelbewohner genausowie über Flora und Fauna waren überwältigend und wir haben wirklich sehr viel Wissenswertes von ihm gelernt. Noch dazu hatten wir eine richtig tolle Truppe, mit welcher wir uns prächtig verstanden und amüsiert haben, was unsere abenteuerliche Wanderung umso besser gemacht hat. Am ersten Tag sind wir früh am Morgen losgewandert und haben uns somit für die nächsten zwei Tage von der Zivilisation verabschiedet und unser Abenteuer in der Wildnis gestartet. Durch den verwachsenen Urwald mit seiner naturellen Vielfalt sind wir umgeben von exotischen Geräuschen gewandert. Vorbei an Kautschukbäumen, hohen Farnen, Palmen aus welchen Palmzucker gewonnen wird, Ananas Pflanzen, Kakaobäume und vielen weiteren exotischen Pflanzen sind wir in die Tiefen des Dschungels gewartet. Es war überwältigend wie viele verschiedene uns unbekannten Bäume, Farne und andere Gewächse hier beheimatet sind und es war toll einen Einblick in die von Menschen unberührte Natur zu erlangen.

Es gab nur einen sehr rutschigen, niedergetrampelten Pfad, der oftmals  aufgrund der ständig variierenden Steigungen etwas herausfordernd war. Auf riesigen Baumwurzeln, Steinen und Lianen haben wir uns festgehalten, welche unseren Marsch um einiges erleichtert haben. Auch durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist man schon ordentlich ins schwitzen geraten. Aber das fleißige Marschieren hat sich auf jeden Fall gelohnt, da uns so einige Dschungelbewohner ins Staunen versetzt haben. 

Außerdem war unsere Gruppe sehr abenteuerlustig und daran interessiert alles essbare, was der Dschungel zu bieten hat und uns über den Weg läuft auszuprobieren. Termiten, Kautschuknüsse und andere Früchte haben wir ausprobiert. 

Im Dschungel hat es nur so von unterschiedlichsten Affenarten gewimmelt und es war richtig cool meinen Lieblingstieren so nahe zu sein. Wahnsinnig schnell hüpfen, klettern und schwingen sich die haarigen Lebewesen von Baum zu Baum. Verschiedenste Gruppenvariationen, welche teilweise aus bis zu 60 Affen bestehen, haben wir gesehen und auch so einige karg behaarte Babyaffen durften wir beobachten. Ich war erstaunt wie viele Affenbanden uns über den Weg gelaufen sind und habe auch gemerkt, dass sie keine Angst, aber trotzdem Respekt vor uns Menschen haben. 

Das absolute Highlight waren aber mit Abstand, die Orang Utans. Nur zwei mal auf der Welt ist die Menschenaffenart vorzufinden, nämlich in Borneo und Sumatra. Orang Utan heißt auf indonesisch „Waldmensch“, da wir Ihnen erstaunlich ähneln. Wir hatten wahnsinniges Glück, da wir tatsächlich acht Orang Utans zu Gesicht bekommen haben. Oftmals haben wir eine Mutter mit ihren Kindern gesehen, wie sie durch die Bäume geklettert sind. Das Baby war dabei oft sehr tollpatschig und hat, wenn es etwas Angst hatte, nach seiner Mutter geschrien. Sofort ist die Affenmama herbeigeeilt und hat sein Kleines auf den Arm genommen. Teilweise konnten wir sie bis zu 20 Minuten beobachten, was unglaublich faszinierend gewesen ist.

Aber auch ein riesengroßes Männchen, welches ca 150 kg gewogen hat, haben wir beobachtet und seinen typischen tiefen „Uh Uh“ Ruf gehört. Es war so wunderschön den uns so ähnlichen Lebewesen so Nahe zu sein und ein prägendes Erlebnis sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und verstehen zu lernen. 

Unser Tourguide Josef Ginting hat uns sehr viel über deren Lebensweise erzählt. Sie klettern langsam mit allen vier Gliedmaßen, schwingen auf Ästen und das zumeist alleine oder in kleineren Gruppen. Bis zum 7. Lebensjahr bleiben die Nachkommen bei ihrer Mutter.

Der Menschenaffe verwendet Holzstücke als Werkzeug, schützt sich mit Blättern vor Regen und drückt seine Trauer ebenfalls durch Weinen aus. Außerdem graben sie genauso wie wir ein Grab, falls ein liebgewonnener Artgenosse verstirbt. 

Ich bin noch immer unglaublich begeistert, wenn ich an unsere abenteuerliche Begegnung mit dem Orang Utans zurückdenke. 

Nach einer sehr anstrengenden Wanderung war es richtig angenehm sich im kühlen Fluss direkt an unserem Camp abzukühlen. Übernachtet haben wir in freier Natur in einem Lager direkt am Fluss unter einem Bambusdach in Schlafsäcke gehüllt. Außerdem wurden wir wirklich rund um die Uhr mit Essen versorgt und auch frische Früchte wie Ananas, Bananen und Passionsfrüchte gab es zu Hauf. Das Abendessen wurde von unseren Guides selbst zubereitet und wir konnten sogar aus verschiedensten Gerichten wie zb Curry, Huhn und Tempeh wählen, was alles köstlich war. 

Die Guides waren wirklich sehr bemüht und sie haben sich gut um uns gekümmert. Dem Frühstücks-Sandwich wurde sogar ein selbst aus Holz geschnitzter Orang Utan beigelegt, worüber wir uns wahnsinnig gefreut haben. 

Am zweiten Tag haben wir am Weg nach Hause Halt bei einem kleinen Wasserfall im Dschungel gemacht, worin wir uns abgekühlt haben und abermals mit Essen versorgt wurden.

Der krönende Abschluss war auf jeden Fall das Raften - indonesischer Art versteht sich. Mit alten Reifen sind wir auf dem reißenden eiskalten Fluss Bohorok zurück nach Bukit Lawang gefahren, wobei wir waschelnass geworden sind. Es war richtig witzig und es muss auch sehr unterhaltsam ausgesehen haben, wie wir kreischend am Fluss getrieben und uns die Wellen ins Gesicht geschwappt sind.

Ökologischer Ansatz

Leider gibt es aber nicht nur eine vielfältige Tierwelt und tropische Regenwälder. In Sumatra ist das exzessive Abholzen von Wäldern, um zum Beispiel Palmöl Plantagen anzupflanzen Realität. Ein großer Teil der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt in Sumatra ist bereits vorm Aussterben bedroht. 

Auf dem Weg nach Bukit Lawang sind wir an kilometerlangen Plantagen vorbeigefahren, was wirklich schrecklich anzusehen war. In gleich großen Reihen in perfekt großen Abständen zueinander werden vor allem Palmen in Monokulturen angepflanzt. 

Andi und ich haben eine sehr interessante Diskussion über dieses Problem geführt und sind zum Entschluss gekommen, dass wir der indonesischen Bevölkerung kaum Schuld zuschreiben können, da deren Handeln völlig verständlich ist. Abholzung ist nun einmal die einfachste Art an Geld zu gelangen, um überleben zu können. Es ist zwar schrecklich und herzzerreißenden mit anzusehen, wie die Natur Sumatras zerstört wird, aber im Endeffekt würden wir genauso handeln um unsere Familien ernähren zu können. Für uns westlichen Leute ist es völlig selbstverständlich ausreichend Nahrung zu haben und deshalb können wir uns um die Umwelt sorgen, was natürlich unglaublich wichtig ist. Doch man sollte zuerst den Einwohnern Sumatras helfen, um ihre Bedürfnisse zu stillen, damit sie sich um ihre wundervolle Natur kümmern können. 

Wir haben unseren Tourguide Josef Ginting nach seiner Meinung gefragt, da uns beiden dieses Thema wirklich am Herzen liegt. Er vertritt genau dieselbe Ansicht, wie Andi und ich: Man müsse den Locals zuerst helfen, um im weiteren Sinne die Umwelt zu schützen. 

Josef versucht schon seit mehreren Jahren in seinem Dorf Bukit Lawang das Ökotourismus Konzept einzuführen und durch Dschungel Touren im Gunung Leuser Naturschutzgebiet ausreichend Geld einzunehmen, um den Leuten in seinem Dorf zu helfen. Seine Vision ist es, den Einheimischen Jobs im Tourismussektor zu ermöglichen, um ihre Familie ernähren zu können und sie gleichzeitig davon abzuhalten gefährdete Tierarten zu jagen und Wälder abzuholzen. Im Gegenzug will er diese in das Ökotourismus Konzept inkorporieren und dazu bewegen die Umwelt zu schützen. 

Da er sich mit dem Internet nicht sonderlich auskennt und dieses eher Fluch anstatt Segen für ihn darstellt, haben Andi und ich beschlossen Josef zu helfen und eine Website zu kreieren, um ihn zu unterstützen und seine tolle Philosophie zu verbreiten. Falls jemand von euch jemals nach Sumatra kommen sollte und eine Orang Utan Dschungeltour machen möchte, ist Josef Ginting auf jeden Fall der richtige Guide für euch, da er die Tier und Pflanzenwelt schützt und trotzdem bemüht ist, ein unglaubliches Erlebnis für Touristen im Dschungel zu ermöglichen. 

Hier ist der Link zu Josefs Website, die wir für ihn erstellt haben: 

Berastagi - Vulkan Besteigung 

Gemeinsam mit unserem neuseeländischen Freund James, welchen wir bei unserem Dschungel Trek kennengelernt haben, sind wir in Richtung unserer nächsten Destination Berastagi gefahren. Mit James haben wir uns richtig gut verstanden und deshalb auch einige Tage gemeinsam verbracht. Es macht Spaß mit neugewonnenen Bekanntschaften weiterzureisen und die gemeinsamen Erlebnisse sind jedes mal eine Bereicherung für unsere Reise. 

Auf dem Weg haben wir beim größten Wasserfall Sumatras, Sipiso Piso Halt gemacht. Ein langer Treppenweg hat hinunter geführt, wobei man eine großartige Aussicht auf den Wasserfall und gleichzeitig auf den riesigen Vulkanseen Lake Toba hatte, welcher sich zwischen einer grünen Berglandschaft erstreckte. Der Sipiso Piso Wasserfall an sich war umwerfend, da er mit seinen 120 m nicht nur riesig ist, sondern auch unglaublich viel Wasser mit sich trägt. Unten angekommen hat er noch viel mächtiger gewirkt und ein leichter Sprühregen lag aufgrund der Wassermengen in der Luft. Ein wahnsinnig cooler Wasserfall, inklusive Blick auf den Vulkansee!

Danach ging es auch schon weiter nach Berastagi, eine Stadt umgeben von Vulkanhügeln und grünen hügeligen Landschaften. Die zwei Vulkane Sinabung und Sibayak umgeben die Stadt genauso wie die grünen Felder des Karo-Hochlands. 

Wir sind in die kleine Stadt gekommen, um unseren ersten Vulkan Mount Sibayak zu besteigen. Mount Sinabung ist zur Zeit aktiv, befindet sich in einer Gefahrenzone und stößt sich regelmäßig Lava aus. 

Obwohl das Gebirge höher gelegen ist, was die Temperatur sehr angenehm kühl macht, sind wir beim Besteigen des Vulkans schon ziemlich ins Schwitzen gekommen.

Die anfänglich einfache Route wurde allmählich etwas schwieriger und hat nach einem Waldstück endlich auf Mount Sibayak geführt, wo wir über Felsen klettern mussten um den Gipfel zu erklimmen. Schon am Pfad zur Spitze hat man 

Schwefel in Form von gelben Rauch aus dem Gestein austreten sehen und es hat auch sehr stark danach gerochen. Der Krater war ebenfalls richtig cool zu betrachten und ich war während der gesamten Wanderung sehr von der Landschaft begeistert. Der Ausblick vom Gipfel war einfach atemberaubend und wir waren stolz auf uns den Vulkan mit seinen 2094m erklommen zu haben. Ganz oben waren wir sogar auf Wolkenebene und konnten richtig gut beobachten wie die Schleierwolken an uns vorbeigezogen sind. Aber noch viel interessanter war der Anblick des gegenüberliegenden Vulkans Sinabung welcher zu diesem Zeitpunkt riesige Rauchwolken ausgestoßen hat. Die Aussicht war wirklich traumhaft! Überzeugt euch selbst von den Bildern. 

Vor dem Sibayak Vulkan im Tal haben wir ebenfalls Halt gemacht, um in den heißen Quellen zu baden. Das vom Vulkan erwärmte Wasser wird in Pools gepumpt und dient somit als eine Art natürlicher Spa. Wie der Name schon sagt, war das Wasser wirklich brennheiß, aber es war trotzdem cool kurz in den Hot Springs zu baden. 

Seid gespannt auf meinen zweiten Sumatra Beitrag!

Bis bald, 

Eure Alice


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© Alice Fuchs 

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