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Nusa Penida

  • 6. Dez. 2017
  • 9 Min. Lesezeit

Nusa Penida ist eine kleine Insel südöstlich von Bali liegend, welche das reinste Naturwunder ist. Die kleine Nachbarinsel steckt voller atemberaubender Abenteuer und eines steht fest, Nusa Penida wurde auf jeden Fall von Mutter Natur gesegnet. Die wunderschöne Hügel und Klippenlandschaft, die kunterbunte Unterwasserwelt mit ihrer einzigartigen Tiervielfalt, aber auch Wasserfälle, natürliche Pools und tolle Strände zeichnen Nusa Penidas Schönheit aus. ​


Fünf Tage haben wir dort verbracht und wir wurden jeden Tag aufs Neue überwältigt. Der Tourismus ist kaum ausgeprägt, was das Bereisen der Insel umso interessanter macht, da auch die Einheimischen viel freundlicher und offener gegenüber Touristen sind und diese nicht nur mit Geldscheinen in den Augen betrachten.

Die beste Art und Weise die Insel zu erkunden ist definitiv mit einem Scooter, denn die schmalen Straßen sind vor allem für einspurige Fahrzeuge geeignet. Einerseits gibt es richtig tolle asphaltierte Straßen, auf welchen das Mopedfahren richtig Spaß macht, anderseits gibt es auch holprige, steinige und halbasphaltierte Straßen zu Hauf, auf welchen man ordentlich durchgeschüttelt wird und der Popsch schon mal wehtun kann.


Während unseres Aufenthaltes haben wir uns dafür entschieden in einem Baumhaus zu schlafen und haben somit unseren Kindheitstraum neu entfacht.



Goa Giri Putra Cave

Am ersten Tag haben wir einen ganz besonderen hinduistischen Ort besucht, denn es war diesmal kein prunkvoller Tempel, sondern eine Steinhöhle . Eine Steintreppe hat hinauf zur Höhle geführt, wo einige Hindus gesessen sind und Karten gespielt haben. Nachdem man sich in ein Buch eingetragen und eine kleine Spende bezahlt hat, durfte man ins versteckte Reich eintreten. Der Eingang in die Höhle ist wirklich sehr versteckt, denn wir beide hätten das kleine Loch im Felsen gar nicht bemerkt, wenn uns der Priester nicht auf die Eingangsluke aufmerksam gemacht hätte. Durch ein ca 75cm großes Loch in der Steinwand, welches in einen kleinen Tunnel übergeleitet hat, sind wir also in den Goa Giri Putra Cave gekrochen. Die Höhle ist wirklich wahnsinnig groß und vor allem auch ausgesprochen hoch. Die Atmosphäre war sehr besonders - die dunkle, etwas mystische Steinhöhle war schwach mit einigen Lampen und Ladernen ausgeleuchtet und es war mucksmäuschenstill. Der Ort wirkt tatsächlich heilig und es fühlt sich so an als würde man kurzzeitig in eine andere Welt eintauchen. Ein gepflasterter Weg führt durch die Höhle durch, wo auch einige Altare zu finden sind, die mit Schirmen und Tüchern dekoriert sind. Je weiter wir den Weg entlang geschritten sind, desto besser konnten wir das Sonnenlicht erspähen, welches umso kräftiger wurde, je eher wir uns dem Ausgang genähert haben. Dort hat uns dann ein weiterer Priester empfangen, welcher vor einem rot geschmückten Tempel auf uns gewartet hat. Nach einer abermaligen Spende gab es eine abschließende kleine Zeremonie bevor wir aus der Steinhöhle geschritten sind. Der Priester hat uns mit Weihwasser gesegnet, einen Punkt auf die Stirn gemalt, Blumen hinter die Ohren gesteckt und mit einem rot, weiß, schwarzen Armband geschmückt. Fast jeder Hindu trägt so ein Band und die einzelnen Farben stehen dabei für die Götter Brahma, Vishnu und Shiva. Der Besuch in die hinduistische Höhle war auf jeden Fall ein einzigartigeres und besonderes Ereignis.


Crystal Bay

Nach einem Zwischenstopp bei einem Restaurant mit Meeresblick, wo wir, wie immer, ein typisch indonesisches Gericht, Nasi Goreng, gegessen haben, haben wir am Strand Crystal Bay Halt gemacht. Dabei handelt es sich um einen in einer Bucht gelegenen Sandstrand, wo man gut schwimmen gehen kann, da dort der Strom nicht besonders stark ist. Außerdem ist Crystal Bay auch ein beliebter Tauchspot. Inmitten der Bucht liegt eine kleine Insel welche voll mit Palmen bewachsen ist. Es war sehr angenehm sich im türkisblauen Wasser abzukühlen und anschließend am Strand zu relaxen.



Andis Geburtstag

Am 29. November wurde Andi 21 Jahre alt und für diesen besonderen Tag haben wir uns recht viel vorgenommen, um diesen unvergesslichen zu machen. Wir wollten alle interessanten Spots der Westküste abklappern, was wir im Endeffekt auch geschafft haben, wenn auch etwas abenteuerlicher als gedacht, aber davon werde ich euch etwas später genauer berichten.



Seganing Waterfall

Die Abenteuerlust muss schon sehr groß sein, um die Wanderung zum Wasserfall auf sich zu nehmen. Denn es handelt sich dabei nicht um einen ganz normalen Weg, nein dieser Kletterpfad fällt selbst in Indonesien unter die Kategorie „gefährlich“, und das soll was heißen! Über eine ca. 250 m hohe Klippenwand sind wir einen improvisierten Weg, wenn er überhaupt die Bezeichnung „Weg“ verdient hat, bestehend aus Bambusröhren und Holzstöcken dicht an der Wand entlang heruntergeklettert. Hin und wieder haben wir uns gefragt, ob das denn der Richtige Pfad sei, doch als uns die ersteren Abenteurer begegneten, wurde uns versichert, dass wir nicht die einzigen Wahnsinnigen sind und uns die steinige Route auch tatsächlich zu unserem erstrebten Ziel führt.


Als wir dann unten angekommen sind, waren wir durchaus erleichtert und haben somit endlich den Wasserfall erreicht. Ich muss sagen, dass wir uns einen größeren Wasserfall erwartet haben, denn er war schon recht bescheiden, aber das besondere ist, dass er direkt über einige Felsen ins Meer fließt. Das Wasser war glasklar und hatte sogar Trinkwasserqualität, was wir nach der taffen Wanderung sehr willkommen geheißen haben. Außerdem ist das Wasser auf dem Weg ins Meer in zwei kleinen natürlichen Steinbecken aufgefangen worden, worin man baden konnte. Aber nicht nur der Anblick des Wasserfalls war atemberaubend, sondern auch zu beobachten, wie die hohen Wällen gegen die Felswände preschten und das türkisblaue Wasser hin und her geschwappt ist, war richtig beruhigend. Ich hätte wirklich stundenlang dort sitzen können, dem Meeresrauschen zuhören und das „Meeresspiel“ bestaunen können.

Nach einiger Zeit haben wir den Weg hinauf in Angriff genommen, welcher um einiges leichter war als gedacht! Im Endeffekt war es ein tolles Erlebnis und wir waren stolz, aber auch froh, dieses erfolgreich gemeistert zu haben!



Kellingking Beach

Ein weiterer absolut traumhafter Aussichtspunkt, den man unbedingt gesehen haben muss, ist der Kellingking Beach.

Von dort aus hatten wir eine unglaublich tolle Aussicht über eine grünbewachsene Klippenlandschaft mit einer sichelförmigen Bucht, hunderte Meter über dem weißen Sandstrand, wo das seichte türkisblaue Wasser auf das tiefe blaue Meer trifft.

Auch hier besteht die Möglichkeit über einen sehr langen, steilen und vor allem gefährlichen Weg hinunter zum Strand zu wandern, doch diese haben wir nach der Seganing Waterfall Wanderung bewusst ausgelassen. Der Anblick hat uns auf jeden Fall ausreichend überzeugt und ich persönlich zähle den Kellingking Beach definitiv zu Nusa Penidas Highlights.


Angels Billabong

Angels Billabong ist ein über die Jahre hinweg entstandenes „Natur Infinity Pool“. Es schaut unheimlich cool aus und ich war wie so oft begeistert, wie erstaunlich die Natur ist und was es für tolle Orte auf unserem Planeten gibt. Man kann auch darin schwimmen, doch als wir dort waren hat es leider begonnen zu regnen, weshalb wir uns unter einem Baum inklusive Regenschutz untergestellt haben und Angels Billabong von dort aus bewundert haben.

Sobald eine riesige Welle gekommen ist, ist das Meerwasser über eine kleine Felswand in das etwas höher gelegene abgegrenzte natürliche Felsbecken geschwappt, was echt spannend zu beobachten war.


Broken Beach

Als der Regen leichter geworden ist, haben wir uns Broken Beach angeschaut, ein Naturwunder, welches direkt neben Angels Billabong liegt. Auch dieser Anblick war einfach nur traumhaftschön und hat an die typischen Bilder erinnert, welche in Reiseprospekten zu finden sind. Broken Beach erhält seinen Namen, da sich ein riesengroßer Bogen in der Felswand befindet, wodurch das Meerwasser in eine Bucht gelangt.


Der Sonnenuntergang hat uns schließlich dazu veranlasst, die bilderbuchartige Landschaft zu verlassen und unseren langen Heimweg anzutreten. Da es uns dort so gut gefallen hat, haben wir uns leider viel zu spät auf den Weg nach Hause gemacht, was wir dann auch ordentlich zu spüren bekommen haben.

Der schon beim Hinweg schwer überwindbare Weg wurde durch den Regen zu der reinsten Herausforderung. Riesige Lacken, Matsch und Dunkelheit waren eine katastrophale Kombination und haben dazu geführt, dass es uns mehrmals fast mit dem Moped hingeschmissen hat. Durch den matschigen Untergrund hatten die Reifen kaum Haftung, weshalb wir kaum von der Steine gekommen sind. Also bin ich abgestiegen und zu Fuß weitermarschiert, während Andi sein

Bestes gegeben hat den Roller fortzubewegen. Zum Glück ist nicht nur und das Missgeschick passiert, sondern auch einem deutschen Pärchen, welches wir zuvor kennengelernt haben, was die ganze Situation ein wenig aufgeheitert hat. Wir sind also sehr langsam vorangekommen, denn nicht nur die Dunkelheit und die schlechten Straßenbedingungen, sondern auch der wiederkehrende Regen haben uns die Rückreise um einiges erschwert. Irgendwann sind wir dann aber doch, auch wenn sehr durchnässt, endlich zu Hause angekommen und haben einander bei einem Bintang geschworen, dass wir in Zukunft vor dem Regen und Sonnenuntergang losfahren werden.


Teletubbies Hills

Am vorletzten Tag sind wir wieder mit voller Elan auf unserem Roller durch die Dörfer und Landschaften vorbei an den Reis und Maisfeldern Nusa Penidas gedüst, wo uns freundliche winkende Schulkinder begegnet sind.

Inmitten der blühenden Insel ist eine weitläufige, strahlend grüne Hügellandschaft, Teletubbies Hills, zu finden. Die vielen grünen Hügel erinnern an die Kinderserie Teletubbies, welche die einen oder anderen Kindheitserinnerungen wiedererweckt.

(Team Tinky Winky - meine erste große Liebe)


Banah Cliff

Im südwestlichen Teil der Insel haben wir dem Aussichtspunkt Banah Cliff einen Besuch abgestattet, von welchem mal einen tollen Panoramablick auf die Felsformationen hatte, welche mitten im Meer herausragen. Auch diesmal war es ein cooles Gefühl so knapp an der Klippe zu stehen, welche steil ins glitzernde Meer ragt und dabei den Rhythmus der Wellen zu beobachten.

Von allen verschiedene Seiten, Winkeln und Richtungen haben wir nun von meterhohen schroffen Felswänden die Aussicht der Insel genossen und wurden jedes Mal aufs Neue verzaubert.



Penida Colada

Ein niederländisches Pärchen hat uns die Bar Pinada Colada empfohlen und sehr davon geschwärmt, deshalb wollten wir uns unbedingt selbst davon überzeugen lassen.

Als wir die hippe Bar betreten haben, haben auch wir uns von Anfang an von der tollen Atmosphäre verzaubern lassen. Pinada Colada hat einen sehr relaxten Flair, denn sie ist im Freien und es gibt die Möglichkeit es sich auf den unterschiedlichsten Sitzmöbeln gemütlich zu machen. Frühstück, Mittag und Abendessen wird in dem kleinen Restaurant serviert, welches sogar über einen eigenen Strand verfügt. Der Ausblick von unserer Liege war ein Traum, denn man hat direkt über das Meer auf den Vulkan Mount Agung gesehen, von welchem leichte Rauchwolken aufgestiegen sind. Das blaue Farbspiel im Horizont war wirklich wunderschön und wir wollten das nette Plätzchen gar nicht mehr verlassen.

Auch die Speisekarte hat es uns angetan und die Auswahl schwer gemacht, da jedes einzelne Gericht wirklich köstlich geklungen hat. Andi hat sich schlussendlich für ein cremiges Kokos Gemüsecurry und ich mich für einen Quinoa Salat mit Avocado und Garnelen entschieden. Das Essen war wahnsinnig lecker und wir haben uns wirklich gefreut endlich einmal etwas anderes als den typisch gebratenen Reis zu essen. Deshalb mussten wir abermals zuschlagen und haben als Nachspeise noch die Granola Bowl bestellt, eine bunte Obstschüssel mit Joghurt und Müsli, genau mein Geschmack!


Manta Rochen Tauchen

Was wäre ein Nusa Penida Aufenthalt ohne mit den für die Insel bekannten Manta Rochen zu tauchen? Unvollständig!

Als begeisterte Taucher konnten wir die traumhafte Unterwasserwelt natürlich nicht unentdeckt lassen und deshalb haben wir mal wieder unseren Geldbeutel für zwei weitere Tauchgänge geöffnet. Ausgezahlt hat es sich aber alle Mal, wie bis jetzt wirklich jeder Tauchgang in Indonesien.

Unser erster Stopp war der berühmte „Manta Bay“, wo wir vor allem in der Hoffnung mit den riesigen schwarzen Rochen zu tauchen, von unserem Boot ins Wasser gelassen wurde. Von Anfang an ist uns der starke Strom aufgefallen, gegen welchen wir ein wenig ankämpfen mussten. Die Unterwasserwelt war ein Traum und wir haben sehr viele für uns unbekannte, kunterbunte Fische und auch eine Wasserschildkröte gesehen. Im nächsten Moment ist auch schon das große majestätische Tier mit einer Spannweite von ca 3 m regelrecht an uns vorbeigeschwebt: der Manta Rochen. Ich konnte es gar nicht recht glauben, dass dieser großartige Unterwasserstar gerade an mir vorbeischwimmt und war ganz aus dem Häuschen. Insgesamt haben wir sogar drei von den faszinierenden Tieren und auch einen Ammenhai gesehen, der wirklich nahe um uns umher geschwommen ist. Diesmal hat sich der Hai nicht unter einem Felsen versteckt, sondern ist direkt neben uns geschwommen, worüber wir uns beide extrem gefreut haben. Es war richtig cool ihn zu betrachten.


Unser zweiter Tauchgang an der „Toyapakeh Wall“ wurde von einem anderen wahnsinnig verrückten Tauchguide angeführt. Der Strom war hier noch viel stärker als zuvor und wir haben uns richtig von der Strömung treiben lassen. Es war einfach traumhaft über die farbenfrohen Korallen zu schweben und die bunten Fische zu beobachten. Bei diesem Spot ist vor allem die farbenprächtigen Unterwasserlandschaft klar im Vordergrund gestanden. Unser Guide war wirklich eine Nummer für sich und hat für Entertainment unter Wasser gesorgt. Mit Plastiktieren, welche er in seinem Jacket verstaut hat, hat er uns so einige Male ziemlich verarscht, indem er so getan hat, als hätte er gerade dieses Lebewesen entdeckt, sich in den Mund gesteckt und „gegessen“. Andi und ich sind so einige Male auf seine Tricks reingefallen und uns sind förmlich die Augen herausgesprungen. Ich muss wirklich sagen, dass ich noch nie so viel unter Wasser gelacht habe, denn mir ist fast mein Regler aus dem Mund gerutscht.

Die beiden Tauchgänge waren toll und ich würde jeden Unterwasserbegeisterten unbedingt empfehlen auf Nusa Penida tauchen zu gehen.


Ich hoffe euch hat mein Beitrag gefallen und dass ihr nun einen guten Einblick von unserer unbeschreiblich tollen Zeit auf Nusa Penida bekommen habt.



Bis bald,

Eure Alice


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© Alice Fuchs 

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