Brisbane und Sunshine Coast
- 31. Okt. 2017
- 5 Min. Lesezeit
Brisbane
Auf unserem Weg an die Sunshine Coast haben wir einen kurzen Zwischenstopp in Brisbane, der Hauptstadt Queenslands, eingelegt. Brisbane ist im Vergleich zu Melbourne und Sydney eine recht kleine und überschaubare Stadt.
Die Stadt liegt direkt am Fluss und deshalb haben Andi und ich beschlossen eine Bootstour zu machen, um einen guten Überblick über Brisbane zu erlangen. Vorbei am Riesenrad, Wolkenkratzern, Wohnhäusern und unter Brücken durch sind wir also mit einem kleinen roten Schiff entlang am Fluss gefahren. Das einzige, was in unserem 2 tägigen Aufenthalt nicht mitgespielt hat, war das Wetter, denn es hat durchgehend geregnet, obwohl es dort angeblich 300 Sonnentage jährlich geben sollte. Also sind wir auch bei Regen und Wind am Deck gesessen und haben versucht das Beste daraus zu machen und so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln.




Anschließend haben wir uns erneut mit Anja getroffen, welche wir in Byron Bay am Leuchtturm getroffen haben, da sie nicht weit von hier entfernt wohnt. Mit ihr haben wir Mount Coot Tha besichtigt, wo wir eine tolle Aussicht über die Skyline von Brisbane bei Nacht hatten.Übernachtet haben wir dann bei Josh, einem wirklich netten Pakistani, welchen wir erneut über Couchsurfing kennengelernt haben. Er war sehr gastfreundlich und hat uns sogar sein Bett überlassen, während er auf seiner Couch geschlafen hat.

Am nächsten Tag haben wir beide dem Friseur einen Besuch abgestattet und uns Brisbanes Museum etwas genauer angeschaut, wo es gerade eine sehr interessante Ausstellung mit dem Thema „future of our food“ zu sehen gibt. Außerdem haben wir an einer Führung durch den Clock Tower teilgenommen, wo wir eine nette Aussicht über Brisbane hatten und näheres über den Uhrturm erfahren haben. Nachdem wir sehr lecker Sushi gegessen haben sind wir dann nach einem Tag in Brisbane mit dem Greyhound Bus nach Noosa gefahren.



Sunshine Coast
Wir hatten das Glück bei Will, einem Schauspieler, den wir in Byron Bay kennengelernt haben, die gesamte Woche wohnen zu dürfen. Er lebt gemeinsam mit seiner Mitbewohnerin Lisa in einem Haus ganz in der Nähe vom Strand. Er ist leidenschaftlicher Kite Surfer als auch Surfer, was man auch unschwer an seiner Einrichtung erkennen kann. Überall im Haus schmücken Surfboards in allen verschiedenen Größen, Farben und Ausführungen das Strandhaus und man findet sie an Orten vor, an welchen man sie kaum erwarten würde. Denn nicht nur im Wohnzimmer dekorieren sie die Decke, sondern auch im Badezimmer oder auf Bäumen sind sie vorzufinden, was dem Haus einen sehr relaxten und gemütlichen Flair verleiht.

Außerdem macht nicht nur die außergewöhnliche Dekoration das Haus so einzigartig, sondern auch dessen Lage, weil es direkt in der Nähe von Sunshine Coasts Flughafen unter der Anflugsschneise platziert ist. Jedes Mal wenn ein Flugzeug startet, hat man es nicht nur hören können, sondern auch sehr nah über dem Haus vorbeifliegen sehen. Vor allem von unserem Zimmer aus, liebevoll Control Tower getauft, konnte man am Abend beobachten wie die leuchtenden Flugzeuge am Himmel vorbei schwebten.
Will ist schon 38 Jahre alt, trotzdem ist er für sein Alter extrem cool geblieben. Er ist richtig lässig, aufgeweckt, feiert gerne, ist für jeden Spaß zu haben und versucht nicht jeden nicht mit seinen Lebensweisheiten zu belehren. Er ist Schauspieler als auch Schauspiellehrer und hat sogar sein eigenes Studio, in welchem er seine Schüler unterrichtet. Will hat uns von Anfang an sehr willkommen geheißen und gemeint, dass wir uns wie zu Hause fühlen sollten, was uns ausgesprochen leicht gefallen ist. Andi und ich haben uns eher wie WG Mitbewohner als Backpacker gefühlt, denn wir haben zusammen gekocht und einige nette Filmabende verbracht.
Da wir kostenlos bei ihm und Lisa wohnen durften, haben wir den beiden auch ein wenig im Haushalt geholfen.
Außerdem war er sehr interessiert an Andis Photo- und Filmtalent weshalb Andi ihm recht oft beim Filmen und Schneiden geholfen hat. Lisa war ebenfalls sehr nett und auch sie haben wir in unser Herz geschlossen. Sie kommt aus Liverpool was man auch an ihrem witzigen Akzent erkennen konnte. Sie ist ausgesprochen freundlich und zu jedem der bei der Haustür hereinspaziert sagt sie sofort "Hey my Luv". Sie hat Veterinärmedizin studiert, ist wahnsinnig tierlieb und nimmt deshalb auch Tiere bei sich auf, wenn deren Besitzer auf Urlaub sind. Deshalb waren unter anderem zwei Baby French Bulldogs und eine Ratte vorübergehend im Strandhaus beheimatet.
Da das Wetter leider noch immer sehr regnerisch war, konnten wir nicht so viel unternehmen, doch wir haben trotzdem ein wenig die Umgebung erkundet. Andi und ich sind auf den mehr oder weniger einzigen Berg in der Umgebung "Mount Coolum" gewandert, von welchem wir eine tolle Aussicht hatten. An einem Tag hat uns Will sogar sein Auto geborgt. Deshalb beschlossen wir nach Noosa zu fahren und uns Kayaks auszuborgen, um die Everglades zu erkunden. In einem Sumpfgebiet mit moosbewachsenen Bäumen, zwitschernden Vögeln und Strandhäusern sind wir mit unserem Kayak entlang gepaddelt und haben unsere mitgebrachte Jause direkt am Wasser gegessen.
Danach haben wir ganz spontan beschlossen dem Nationalpark in Noosa, welcher nicht weit entfernt war, einen Besuch abzustatten. Wir sind direkt an der Küste entlang spaziert und haben Surfer dabei beobachtet, wie sie riesige kraftvolle Wellen geritten sind. Der Küstenpfad hat uns aber auch durch wunderschönen Wälder mit wildlebenden Truthähnen geführt.



Um gut ins Wochenende zu starten hat Will beschlossen ein paar Leute einzuladen und Cocktails zu machen. Nachdem wir uns den Sonnenuntergang am Strand angeschaut haben, haben wir an einem kleinem Food Market im Dorf Abend gegessen. Es gab sehr viele unterschiedliche kulinarische Gerichte, Lichterketten haben den Markt geschmückt und wunderschöne Live Musik hat zusätzlich zu der tollen Stimmung beigetragen. Danach haben wir einen sehr langen und gemütlichen Abend bei einigen Cocktails, sogar selbst kreiert, verbracht.
Wir haben unter anderem auch Will’s Bruder Tom kennengelernt, welcher eine Organisation leitet, die sich für die Schulausbildung von Aborigines einsetzt. Er ist aber auch Sänger und schreibt seine eigenen Lieder, zum Beispiel ein wunderschöner Song „Tenderness“, mit welchem er die Queensland Music Awards gewonnen hat. Es war sehr nett Will’s Freunde kennenzulernen und mit ihnen einen witzigen Freitag Abend zu verbringen.


Musikvideodreh
Da Andi das notwendige Talent und Equipment für den Musikvideodreh von Toms Erfolgsstück „Tenderness“ hat, haben wir spontanerweise beschlossen ein komplettes Musikvideo zu filmen. Ich hatte ein paar Ideen, welche Tom ziemlich gut gefallen haben und somit haben wir diese in die Tat umgesetzt. Zuerst sind wir abermals auf Mt Coolum gewandert, um ein paar gute Shots am Gipfel zu drehen. Andi hat mit seiner Filmkamera gefilmt während ich„Behind the Scenes“ Fotos gemacht und hin und wieder ein paar Anweisungen gegeben habe. Auch am Meer haben wir ein paar gute Aufnahmen geschossen, aber mein absolutes Highlight war der Skateboard Dreh. Dabei ist Tom nicht nur gewöhnlich auf seinem Skateboard die Straßen entlang gefahren, sondern wurde mit einem Seil, welches an Will’s Auto befestigt war hinterhergezogen. Dabei ist Will am Steuer gesessen, Tom hat seine besten Tricks und Posen am Skateboard gezeigt und Andi und ich sind im Kofferraum gehockt und haben diesen verrückten Moment festgehalten. Es war wirklich wahnsinnig witzig so durch die Straßen zu düsen und es hat echt Spaß gemacht. Ich bin schon seeehr gespannt auf das Endresultat des Musikvideos und kann’s kaum erwarten es endlich zu sehen. Außerdem war die Herangehensweise an das Projekt toll, da wir bei einem gemeinsamen Brainstorming unsere kreativen Ideen aufgeschrieben haben, während wir uns von Toms Musik inspirieren habenden lassen. Es war auf jeden Fall ein sehr besonderes Ereignis für uns, denn man kreiert nicht alle Tage einen eigenen Videoclip mit einem talentierten Künstler.








Kommentare