Byron Bay - Yoga und Surfen in einer kleinen Hippie Stadt
- 15. Okt. 2017
- 8 Min. Lesezeit
Vom ersten Augenblick an hat uns die kleine entspannte Küstenstadt Byron Bay gefallen. Denn auch als wir vollkommen ermüdet von der 12 stündigen Busfahrt in dem entspannten Badeort angekommen sind, waren wir von Anfang an begeistert. Bereits beim Aussteigen des Busses hat das Hippie Feeling voll auf uns eingewirkt. Ohne spezifischen Plan sind wir nach Byron Bay gefahren. Wir wussten eigentlich nur, dass wir die erste Nacht wahrscheinlich in einem Hostel verbringen werden. Nachdem uns die warme Meeresluft eingeholt hat, sind wir von einem typisch australischen Surferboy - blonde längere lockige Haare, gebräunt, lockeres Shirt und natürlich barfuß unterwegs - angesprochen worden, denn er wollte wissen ob wir ebenfalls in das "beste und coolste Hostel von ganz Byron Bay" mitkommen wollten. Wir haben uns einfach darauf eingelassen, da wir uns somit die Suche nach einer Unterkunft erspart haben. Wie sagt man denn so schön? Planlos geht der Plan los ;-) Das war auch tatsächlich der Fall.
Sein Versprechen hat uns auf jeden Fall nicht enttäuscht, denn uns war klar, auch wenn wir keinen Vergleich hatten, im hippsten und coolsten Hostel gelandet zu sein.

Erste Hostel Aufenthalt - Arts Factory
Bisschen außerhalb von der kleinen Stadt liegt das Hostel "Arts Factory" umgeben von Natur. Riesige Tipis und Dorms waren um einen kleinen See angeordnet und das ganze Arial war von Bäumen und Pflanzen umgeben. Außerdem gab es ein Café, Pool, Beachvolleyball Platz, Chill Out Areas mit Couches und Hängematten und überall sind wildlebende Truthähne und Leguane umhergelaufen. Die Mitarbeiter, als auch die Gäste, waren total freundlich und hilfsbereit. Im ganzen Hostel waren junge, lebensfrohe, relaxte Backpacker, die alle dieselbe Intention hatten: um die Welt zu reisen, Spaß zu haben und das Leben zu genießen. Es hat sich ein wenig so angefühlt, als würden wir in einer riesigen Gemeinschaft leben, in der alle miteinander befreundet sind. Wir haben innerhalb von einem Tag so viele Bekanntschaften mit tollen Persönlichkeiten gemacht und brauchbare Tipps von Reisenden bekommen. Wir haben uns wirklich wohlgefühlt und es war toll mit so vielen jungen, offenen Leuten zusammen zu wohnen, welche dieselben Erfahrungen wie Andi und ich durchleben.




Cape Byron Lighthouse
Am selben Tag haben wir beschlossen die Umgebung noch ein bisschen zu erkunden und auf den riesigen weißen Leuchtturm zu wandern. Auf einem Wanderweg sind wir entlang der Küste auf den Berg gewartet, wo Australiens östlichster Leuchtturm platziert ist. Die Aussicht war traumhaft und man konnte beobachten, wie die Wellen gegen die Felsen preschten. Manchmal sind von diesem Aussichtspunkt sogar Delfine und Wale zu sehen.




Während Andi sein Stativ platziert hat, um tolle Shots zu machen, wurden wir von Anja angesprochenen, eine Deutsche, die im Kindesalter mit ihrer Familie nach Australien ausgewandert ist. Sie war wahnsinnig freundlich und vor allem an Andis Hobby interessiert. Sie war mit einem Freund aus Neuseeland unterwegs und hat uns begeistert berichtet, dass an diesem Abend noch ein Vollmond direkt beim Leuchtturm zu sehen ist und, dass sie uns gerne zurück zu unserem Hostel bringen und dann auch wieder abholen kann, um gemeinsam den Mond zu betrachten. Wir haben das tolle Angebot natürlich angenommen und hatten gemeinsam eine recht witzige Zeit bei einem Picknick neben dem Leuchtturm. Der Mond war dann leider nicht zu sehen, weil es ziemlich bewölkt war, aber Andi hat trotzdem ein paar super Aufnahmen hinbekommen.
Diese spontane Aktion beschreibt wirklich ziemlich gut, die freundliche, hilfsbereite, relaxte und offene Art der Aussies. Wir sind jedes Mal aufs Neue von der australischen Mentalität begeistert! :-)



Unser Workaway Yoga Erlebnis
Am Montag hat unsere 5 tägiger Aufenthalt bei einem Host, welcher ca. 20 Minuten von Byron Bay entfernt war begonnen. Wir haben direkt im Wald in einem kleinen Caravan umgeben von Natur gewohnt - Palmen, Bananen, Grapefruit und viele andere Obstbäume kombiniert mit Vogelgezwitscher sorgten für idyllische Stimmung. Wir hatten eine Outdoordusche und ein Outdoorklo (riesiges Loch im Boden), was sehr abwechslungsreich und spannend war. Außerdem gab es ein großes beheiztes Pool, das wir jederzeit benutzen durften.




Andis Werk von Milchstraße
Die Familie, bei welcher wir beheimatet waren bestand aus einer seeehr gesundheitsbewussten Mutter Vitoria, zwei Kindern im Alter von 10 und 12 Jahren und dem Vater Simon Borg-Oliver, einem weltbekannten Yoga Lehrer und Physiotherapeuten, welcher um die Welt reist um seine Yoga Lehre zu unterrichten. Anfänglich waren wir uns gar nicht bewusst, wie viel Glück wir hatten Simon kennenzulernen, da wir diese Informationen nicht aus deren Workaway Profil entnehmen konnten. Er ist wahnsinnig inspirierend und erfolgreich, indem was er lehrt. Trotzdem ist er sehr bodenständig und witzig und es war interessant ihm zuzuhören. Simon ernährt sich vegan, isst nur Abends (Salat mit noch mehr Gemüse) und atmet ca 2-4 mal pro Minute! :-O Wir hatten sogar die Ehre mit ihm 2 Yoga Einheiten zu praktizieren, welches vor allem von flüssigen, kreisenden Bewegungen geprägt ist und ein wenig einer Art Tanz ähnelt. Außerdem hat er uns einige seiner Yoga Videos auf Andis Festplatte mitgegeben und somit können wir beide jederzeit Yoga machen. (Ja sogar Andi, welcher in dieser Hinsicht meistens recht skeptisch ist, hat daran Gefallen gefunden ;-))

Simon Borg-Olivier in seinem Element


Vitoria ist eine Ernährungsberaterin, welche sehr auf vegetarische und qualitative Ernährung achtet. Deshalb haben wir auch immer sehr leckeres und vor allem gesundes Essen bekommen, was mir sehr gefallen hat. Außerdem möchte sie bei sich zu Hause eine Art Kureinrichtung mit Koch, Entspannungs- und Yogakursen aufbauen. Die Kinder sind sehr aufgeweckt und es war witzig für kurze Zeit in ein anderes Familienleben einzutauchen.

Vitoria vor Einfahrt zum Grundstück
Unsere Arbeit
Wir haben vor allem Vitoria bei Gartenarbeiten geholfen und unser größtes Projekt war, ein großes Gartenbeet mit Zaun zu bauen. Holzbretter anstreichen, Unkraut zupfen, Löcher graben und dergleichen standen ebenfalls am Programm. Außerdem haben wir Fotos für Vitorias Website gemacht.

Sie hat uns auch zum Einkaufen auf einen lokalen Bauernmarkt mitgenommen und uns das kleine Imbiss von ihrem Freund in Byron Bay gezeigt, wo wir ausgezeichnetes, indisches Essen gespeist und fantastischen Chai Tee getrunken haben.
Hier noch ein paar Eindrücke vom Markt (die ersten Fotos die ich selbst gemacht und bearbeitet habe):




Simons Filmdreh
Eines Tages ist sogar ein Team gekommen, welches Simon für deren Dokumentation interviewt hat. Das Team bestand aus einer extrem talentierten Dame Meera mit indischen Wurzeln, welche Sängerin, Malerin, Grafikdesignerin und Yogalehrerin ist, und ihrem Bekannten Will, einem Schauspieler. Will hatte dieselbe Kamera wie Andi, aber kannte sich nicht gut damit aus weshalb Andi die Gelegenheit genutzt hat, um ihm beim Filmen zu helfen. Meera war der Meinung, das man alles im Leben mit positiven Denken steuern kann und hat sich vor allem mit "Manifesting" beschäftigt. Es war wirklich toll Bekanntschaft mit den beiden zu machen und über deren Lifestyle zu erfahren. Wir hatten echt Spaß zusammen, waren gemeinsam schwimmen, Abendessen und haben sogar gemeinsam mit Meera und Simon Hintergrundmusik für Simons Instagram Videos kreiert.
Es war auf jeden Fall eine sehr coole Erfahrung bei so einer gesundheitsbewussten Familie, umgeben von Natur auszuhelfen.

Andi beim Filmdreh

Surfen in Byron Bay
In Byron Bay haben wir es endlich geschafft unseren großen Wunsch zu verwirklichen und zum ersten Mal Surfen auszuprobieren. Denn wenn man schon in Australien ist, dann steht Surfen natürlich ganz oben auf der To-Do Liste.
Durch eine Empfehlung eines Backpackers sind wir auf die kostengünstige Surfschule "KoolKatz" gestoßen, welche einem älteren, extrem verrückten Typ namens Terry gehört. Terry war der Erste, der das ganze Surfkonzept nach Byron Bay gebracht hat und der Erste, der Surfstunden angeboten hat. Er ist sehr witzig und hat einen eigenen Humor, was wirklich unterhaltsam ist. "Common Chicky" "How ya doing Mate" und "in a Koolkatz surfing lesson you have to be prepared for everything, because anything can happen", sind einige von Terry's beliebtesten Phrasen gewesen.
Andi und ich haben 2 Surfeinheiten gebucht, wobei wir jeweils 2.5 Stunden im Wasser waren.
Das erste Mal sind wir in Lennox Head und das zweite Mal in Flat Rock surfen gewesen, da der Lehrer die besten Surfspots den Bedingungen entsprechend aussucht. Nachdem alle Teilnehmer ihre Neoprenanzüge angezogen haben und die Surfboards verteilt wurden (Ausrüstung ist zwar nicht die neueste, aber total ausreichend) ging es an den Strand, wo uns die Basics erklärt wurden. Das Trockentraining ist sehr kurz und knackig gewesen, da in dieser Surfschule nach dem Motto "Learning by Doing" unterrichtet wird. Anschließend sind wir der Reihe nach ins Meer gegangen, wo Terry uns, nachdem er eine gute Welle ausgesucht hat, von hinten angestupst hat. Wir mussten versuchen am Board aufzustehen und auf der Welle zu reiten. Andi hat es gleich auf Anhieb geschafft auf der ersten Welle zu reiten und ich hab es dann beim zweiten Versuch gemeistert. Es kommen wirklich Glücksgefühle auf, wenn man es schafft und es macht unheimlich viel Spaß! Wir haben uns gegenseitig angefeuert und bejubelt, sobald wir erfolgreich waren. Nach einer Zeit, haben wir dann schon eigenständig Wellen geritten. Terry hat uns beide gelobt und gemeint, dass wir es toll hinbekommen haben und das trotz erschwerten Bedingungen.
In unserer zweiten Einheit haben wir bereits kleinere Boards bekommen, was das ganze etwas schwieriger gemacht hat. Dieses Mal haben wir von Anfang an selbständig gesurft. Einige Tipps zwischendurch haben wir aber trotzdem bekommen, was sehr hilfreich war.
Andi und ich sind sehr begeistert vom Surfen und werden uns sicherlich bald Boards ausborgen, denn jetzt heißt es üben, üben, üben, um besser zu werden. Ich habe es mir ehrlich gesagt schwieriger vorgestellt, als es tatsächlich war, aber trotzdem ist es nach einiger Zeit wirklich anstrengend und es gibt noch sehr viel zu lernen. Die "KoolKatz" Surfschule ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert, falls einmal jemand von euch nach Byron Bay kommen sollte. :-)

Am Wochenende haben wir beschlossen noch zwei Nächte in einem Hostel zu verbringen, da man von unserem Host nur unter der Woche öffentlich (mit einem Schulbus, welcher 2 mal täglich fährt) in die Stadt kommt und wir Byron Bay noch etwas genauer erkunden wollten. Wir haben also im "Byron Bay Beach Hostel" eingecheckt, wo wir glücklicherweise die letzten zwei Betten ergattert haben. Es ist viel moderner eingerichtet als das andere Hostel, in welchem wir übernachtet haben und ähnelt eher einem Hotel.
Nimbin
An unserem letzen Tag haben wir beschlossen einen Trip nach Nimbin, ein kleines Hippie Dorf, welches 1.5 Stunden westlich von Byron Bay liegt, zu machen. Es ist noch viel alternativer angehaucht als Byron.
Seit 1973 hat Nimbin aufgrund eines Festivals, welches eine Studentengruppe organisierte an Beliebtheit gewonnen. Seitdem Zeitpunkt hat der Ort seine "Chiller Mentalität" beibehalten und ist auch als "Little Amsterdam" bekannt.
Wir haben also einen bunten Hippie Shuttle gebucht, welcher am Vormittag von der Stadt weggefahren ist. Während der gesamten Busreise hat es Musik aus den 70ern gespielt, um uns auf das Nimbin Feeling einzustellen, und unser Busfahrer hat uns zwischendurch einige wissenswerte Infos über die Gegend erzählt. Zuerst haben wir einen sehr kurzen Stopp bei einem kleinen Wasserfall eingelegt, der nicht wirklich sehenswert gewesen ist. Nach einer Pinkelpause sind wir dann im Hippie Dorf angekommen. Überall sind bunte Cafés und Shops, wo man nicht nur buntes Gewand und Schmuck, sondern auch Marihuana in verschiedensten Variationen (z.B. als Cookies) kaufen kann. Obwohl Gras auch in dieser Gegend, genauso wie im restlichen Australien verboten ist, scheint dieses Gesetz hier keiner ernst zu nehmen. Nimbin ist sehr klein und es ist recht nett zu durchschlendern, aber es scheint, als würde das Dorf nur von Tourismus leben. Wir hatten ca. 2 Stunden Zeit uns umzuschauen, was durchaus ausgereicht hat, da es nicht so viel zu sehen gegeben hat. Das Highlight unserer Tour war der Burger, welcher unser Busfahrer zubereitet hat und sehr gut geschmeckt hat. Andi und ich sind zugegebenermaßen etwas enttäuscht gewesen, da wir uns von Nimbin etwas mehr erwartet haben, wahrscheinlich weil uns von mehreren Seiten vielversprechend darüber berichtet wurde.





Morgen geht es auch schon weiter Richtung Norden nach Brisbane. Seid gespannt auf meinen nächsten Reisebeitrag.
Eure Alice
PS: So kann Couchsurfing auch ausschauen ;-)





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