Aussie Farmlife in Willaura
- 25. Sept. 2017
- 5 Min. Lesezeit
Wir sind jetzt schon 11 Tage auf der Rinderfarm "Mount William Station" bei einem jungen Ehepaar Rob und Victoria im ca. 2 Stunden von Melbourne entfernten Willaura. Die Farm ist riesengroß ! - 9000 acres und es gibt nicht nur Rinder, sondern auch um die 15 Pferde, denn die beiden betreiben auch ein Polo Business, Schafe, Hühner, 4 Hunde und nicht zu vergessen unsere "Haustiere" Noopy, ein Kalb und Evie, eine Ziege.


Wir wohnen in einer kleinen Hütte, wo alles vorhanden ist, was wir benötigen und das Highlight: es gibt einen Karmin und warmes Wasser ;-)
Am Anfang unseres Workaway Aufenthalts haben wir jeweils 50 Dollar bekommen, womit wir in einem Supermarkt alles einkaufen konnten, was wir an Essen benötigen, da wir selbst für unsere Verköstigung zuständig sind. Darüber haben wir uns ziemlich gefreut, da wir tagtäglich je nach Lust und Laune gemeinsam kochen können.

Unsere Hütte
Rob und Victoria sind sehr nett und haben wirklich wahnsinnig viel zu tun, denn auf so einer riesigen Farm ist einiges zu erledigen. Darum nehmen sie regelmäßig Workawayers auf, Reisende die auf der Farm mitarbeiten und mithilfe von Essen und Unterkunft bezahlt werden. Die beiden sind selbst sehr viel gereist und haben sich sogar durch das "Work & Travel" Konzept kennengelernt. Denn Victoria, welche ursprüngliche aus England kommt, hat bei ihrer Australienrundreise ebenfalls auf der Mount William Station ausgeholfen wobei sie Rob kennengelernt hat, der regelmäßig auf der Farm seiner Großeltern gearbeitet hat.
Dadurch sind die beiden sehr begeistert davon Reisenden die Möglichkeit zu geben auf einer australischen Farm mitzuhelfen und ihnen Unterschlupf zu gewähren, während ihnen die alltägliche Arbeit recht kostengünstig erleichtert wird.
Als wir am 14. September angekommen sind, hat uns Joost, ein sehr sympathischer niederländischer Work & Travel Experte, der bereits 3 Wochen auf der Farm gearbeitet hat, in den typischen Tagesablauf eingeschult und diverse Tätigkeiten gezeigt, die erledigt werden müssen, was sehr hilfreich war, um sich richtig einleben zu können. Joost ist dann leider schon nach zwei Tagen weitergereist, aber es war trotzdem wirklich nett, auch wenn es nur für kurze Zeit war, sich mit jemanden auszutauschen, der schon einige Erfahrungen gesammelt hat, was das Reisen in Australien betrifft.
Nun zur unserer alltäglichen Routine:
Jeder Tag schaut recht ähnlich auf der Farm aus, wobei sich regelrecht nur die zu erledigenden Tätigkeiten ändern.
Nachdem wir aufgestanden sind kümmern wir uns meist noch bevor wir gefrühstückt haben um Noopy, das Kalb und Evie, die Ziege, die direkt in unserem Garten beheimatet sind, da die beiden es meist gar nicht erwarten können gefüttert zu werden. Denn oftmals werden wir sogar schon durch die Hungerrufe der Haustiere geweckt, bevor überhaupt unser Wecker läutet.
Noopy wurde von seiner Mutter verstoßen und deshalb wird sie mit der Hand aufgezogen. Wenn sie älter ist, wird sie nach und nach an das Leben in der "Kuhherde" angepasst. Sie ist jedes Mal wahnsinnig aufgeregt, wenn sie ihre Milchmischung bekommt. Noch bevor überhaupt Milch eingegossen wurde, stürmt sie zu ihrer Säugestation und saugt an den Zitzen, was echt herzig ist.



Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns um ca 8:30 Uhr mit dem Border Collie Holly auf den Weg zum Bullen füttern, denn die Hütehündin hilft uns dabei die Rinder zu ihrer Futterstelle zu treiben. Meist fahren wir mit Truck und Quad aus, um einerseits das Futter zu transportieren und andererseits, weil es um einiges einfacher und schneller ist, die Tiere mit dem Quad fortzubewegen. Holly ist ein wirklich folgsamer Hund, der eine sehr große Hilfe dabei ist die Tiere in die gewünschte Richtung zu treiben. Es ist spannend die Hündin dabei zu beobachten, wie sie auf spielerische Art und Weise die Bullen in Bewegen setzt. Es scheint als würde es ihr Freude bereiten und sie weiß ganz genau, was sie zutun hat.
Sobald man sich in den Truck setzt ist Holly zur Stelle und springt auf die Ladefläche auf. Selbst wenn man mit bis zu 40 km/h mit ihr durch die Gegend prescht, macht ihr das gar nichts aus. Danach geht's ab zu den Silos um das Rinderfutter zu holen und anschließend gleich zu den Bullen auf die Weide. Nach der Fütterung haben Andi und ich immer unterschiedliche Dinge zu erledigen.

Border Colly Holly


Silos mit Tierfutter
Andi ist meist mit Rob unterwegs, wobei die beiden oftmals miteinander, aber auch getrennt, arbeiten. Zäune bauen, Kies verbreiten, viele Erdarbeiten und sogar Traktor fahren hat er gelernt. Die beiden sind ein tolles Team und Andi macht es Spaß mit Rob gemeinsam zu arbeiten, da er das Gefühl hat, ein vollwertiges Mitglied der Farm zu sein, dessen Meinung gefragt ist.

Ich gehe jeden Tag mit dem fünfwöchigen Baby Hugo ca 1,5 Stunden mit dem Kinderwagen spazieren und passe auf ihn auf, während Victoria sich um die Pferde kümmert oder ausreiten geht.
Danach wartet meist eine Putzarbeit auf mich. - es fühlt sich so an, als hätte ich mittlerweile einen Titel im Putzen oder Hausarbeiten errungen, da ich mittlerweile schon ein Putzprofi sein muss ;-) Im Haus saugen, aufwaschen, Küche oder Badezimmer putzen, aber auch etliche Autos habe ich schon gewaschen genauso wie Pferdeställe ausgemistet oder die Sattelkammer geputzt.

Einmal habe ich am Abend für Rob, Victoria, Andi und mich in Victoria's riesiger Küche gekocht, was wirklich nett war, da wir alle ein bisschen mehr übereinander erfahren und uns etwas besser kennengelernt haben. Zum Glück hat mein Essen auch geschmeckt. Ich habe mir sehr Mühe gegeben und muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig aufgeregt war und gehofft habe, dass es ihnen schmecken würde. Deshalb habe ich mein "Einsermenü" gebraut :-P - Hühnerfleisch mit ganz viel Gemüse, Reis und thailändisch angehauchten Gewürzen.
Zu Mittag kochen Andi und ich uns dann etwas Leckeres, um gestärkt für die restlichen Stunden Arbeit am Nachmittag zu sein. Meistens gibt's Nudeln, Reis oder Wraps mit Gemüse.
Um 16 oder 17 Uhr haben wir dann endlich unseren wohlverdienten Feierabend.
Hin und wieder düsen wir noch mit dem Quad auf der Farm umher, was wirklich wahnsinnig Spaß macht! Dabei bringen wir meist den Biomüll zu den "Chooks" (Funfact: Aussies nennen Hühner tatsächlich Chooks) und holen uns frische Eier, die dann gleich verspeiset werden.
Nach einem langen Arbeitstag sind wir beide recht geschlaucht, deshalb steht meistens nur noch Fernsehen und Abendessen am Programm und anschließend fallen wir meistens eh schon hundemüde ins Bett.


Wir beide arbeiten ziemlich viel, da Victoria und Rob rund um die Uhr Hilfe brauchen, was bedeutet, dass wir meist mehr als die vorgesehenen 5 Stunden pro Tag mitarbeiten. Wir haben innerhalb der 11 Tage gerade mal einen freien Arbeitstag gehabt, wobei ich mich sogar da um den kleinen Hugo gekümmert habe, was die Arbeitsmotivation zugegebenermaßen schon etwas drückt. Aber so ist einmal das Leben auf einer Farm, was durchaus eine Erfahrung ist!
Andi hat sich die Mühe gemacht ein echt cooles Video mit seiner GoPro zu filmen und zusammen zu schneiden, welches ich euch natürlich nicht vorenthalten will. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! - auf jeden Fall anschauen!!!
(einfach das Bild anklicken):
Morgen ist auch schon unser letzter Tag auf der Farm und am Dienstag fliegen wir in der Früh weiter nach Sydney, worauf wir uns bereits sehr freuen. Vor allem weil wir heute noch sehr spontan eine Workaway Zusage von einem Host direkt in Sydney bekommen haben. Außerdem werden wir am Wochenende zum ersten Mal Couchsurfing ausprobieren, worauf wir auch schon sehr gespannt sind.
Es erwarten uns also noch viele weitere Erlebnisse in New South Wales, die ich natürlich wieder mit Euch hier auf meinem Reiseblog teilen werde. :)
Eure Alice







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